Küche

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Küche

von Admin am 25.03.2020 19:57

Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich die Küche an die eine Speisekammer grenzt.

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Nadjeschda

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Re: Küche

von Nadjeschda am 16.04.2020 13:33

Vielleicht nicht gerade der Start ins Semester, den meine Eltern sich vorgestellt hätten, aber ich war natürlich trotzdem hier - Beta Theta Pis Partys ließ man sich schließlich nicht entgehen, wenn man irgendetwas auf sich als Feierlustiger hielt. Mich überraschte es nicht, dass die Jungs schon jetzt anfingen ihre Feten zu veranstalten, sie schienen ja kaum etwas anderes im Kopf zu haben. Mir sollte es recht sein, ich war nicht gerade scharf darauf wieder monatelang meine Vorlesungen zu besuchen und heimlich den verpassten Schlaf der vorherigen Nacht im Hörsaal nachzuholen schien mir ein guter Weg der Langeweile zu entkommen. Außerdem war natürlich jede meiner Verbindungsschwestern hier, die Delta Gamma Mädchen waren immer dabei, wenn es kostenlosen Alkohol gab und wir hinteher nicht aufräumen mussten.
Ich hatte mich an diesem Abend für ein luftiges Sommerkleid mit Schlangenprint entschieden, das mir bis knapp übers Knie reichte. Allerdings war ich auch schon drauf und dran gewesen das zu bereuen, weil irgendso ein Perversling gerade 'unauffällig' einen Blick darunter werfen wollte, was ich ganz entschieden verhindert hatte, so betrunken war ich nun wirklich noch nicht. Nachdem ich ihm eine gescheuert hatte war ich also hierher geflüchtet, einerseits weil ich ihn dann los war, andererseits weil ich einen kurzen Moment für mich sein und runterfahren wollte. Der Abend war noch jung und ich spürte den Alkohol bereits jetzt, wenn auch nur schleichend. Da ich nicht vorhatte vor frühestens 3 Uhr morgens wieder den Heimweg anzutreten, kippte ich erstmal ein Glas Leitungswasser. Die Küche war mit Bechern und Flaschen vollgestellt, aber es war im Moment niemand hier, die Musik und den Lärm konnte man aber noch sehr gut hören. Ich lehnte mich gegen die Spüle für einen Moment, bevor ich beschloss, dass die Pause vorbei war und es meinem Kopf wieder gut ging. Ich schnappte mir einen Becher, von dem ich hoffte er wäre unbenutzt und wühlte mich durch den Müll um zu sehen, welcher Alkohol noch verwertbar war. Als ich Schritte in meine Richtung kommen hörte drehte ich mich zur Tür und zog die Augenbrauen hoch, als ich sah, dass es Charlie war, der eintrat. 

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Charlie

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Re: Küche

von Charlie am 16.04.2020 18:49

Das Beste am Beginn eines Neuen Studienjahres war meiner Meinung nach, dass man noch nicht so tief in Vorlesungen und Hausrbeiten steckte, was mehr Zeit für Partys bot. Diese würden wir jedoch auch zum Ende eines Semesters schmeißen, wir Beta Thetas fanden einfach immer einen Grund um eine Party zu schmeißen. Jedoch war ich froh darüber, dass wir das heute alles gelassen angehen konnten ohne dass ich mir Sorgen über den Morgen machen musste und dass ich mal wieder was wichtiges verschlafen würde oder total verkatert in einer Vorlesung ankam. Außerdem waren die Deltas heute fast alle vollzählig, was bedeutete, dass Nadjeschda nicht weit sein konnte. Alles was ich nun tun musste war meine Augen zu öffnen und sie zu finden, nicht das ich sie je irgendwo übersehen hätte, im Gegenteil Nat erkannte ich so ziemlich überall wieder.
Ich war heute für die Nachfüll-Duty von Ozzy verpflichtet worden, weshalb ich mich durch die Menschenmenge schlängelte um in die Küche zu gelangen. Das war einer der wenigen Nachteile eine Studentenverbindung mitten in einer Großstadt u haben: wir hatten keinen riesen Garten, in dem alle Leute auf einem Haufen feiern konnten. Wenigstens hatte ich die Tür zu meinem Zimmer abgeschlossen, obwohl ich mir gut vorstellen konnte das Woody so sneaky wie er war einen auf Nancy Drew machen würde und das einfach kurzerhand mit ner Haarspange aufknacken würde. Nachdem ich gefühlt hundert Jahre später in der Küche angekommen war und ein paar leere Flaschen auf dem Küchentresen abgestellt hatte, sah ich wie Nat nach irgendwtwas wühlte. Siesah unglaublich aus in dem Kleid. "Suchst du was bestimmtes?" fragte ich dann, ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

 
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Re: Küche

von Nadjeschda am 16.04.2020 20:00

Einen Moment unaufmerksam und schon pfefferte ich mit meinem Ellbogen beinahe eine leere Bierflasche vom Tresen, die ich unter einem Schwall aus russischen Flüchen zum Glück noch auffangen und wieder hinstellen konnte, diesmal etwas weiter hinten. Als wäre nie etwas gewesen drehte ich mich erneut zu Charlie, der heute zu meinem Leidwesen wieder verteufelt gut aussah, was mich aber nicht überraschte. "Ich suche nach etwas Hochprozentigem, bei der Unordnung hier blickt ja kein Mensch mehr durch!", teilte ich ihm mit und ließ meinen Blick über besagte schweifen. Als ordentlichen Menschen konnte man mich zwar auch nicht gerade beschreiben, aber das hier war selbst mir zu viel. "Schon mal darüber nachgedacht eine Putzfrau anzustellen?", fragte ich mit einem sarkastischen Unterton und sah ihn erwartungsvoll an.
Ich würde es zwar nicht zugeben, aber ich hatte bereits nach ihm Ausschau gehalten. Da es eine Party seiner Verbindung war, war es offensichtlich, dass er sich hier irgendwo herumtreiben würde und da es hier keinen Garten zum Ausweichen gab, musste ich ihm früher oder später über den Weg laufen. Und wenn er schon einmal da war, konnte er jetzt auch den guten Gastgeber spielen und mir etwas besorgen, womit ich morgen mit einem schönen Kater aufwachen würde. So war jedenfalls der Plan. Ob ich es überhaupt noch bis in mein Bett schaffte war bis dato ungeklärt, aber ich hatte schon eine Reihe kurioser Schlafplätze ausprobiert, wenn ich voll genug war. Das war nebensächlich. 
"Was machst du überhaupt hier? Ist ja nicht gerade der...wie sagt man? Mittelpunkt der Party?" Da Englisch nicht meine Muttersprache war und ich es in der Schule und in einigen englischsprachigen Ländern erst später lernte, sprach ich weder vollkommen akzentfrei noch grammatikalisch und vom Vokabular her immer perfekt, aber wenn man meine Mutter mal bei dem Versuch Englisch zu sprechen zugehört hätte, würde ich neben ihr wie eine Eingeborene wirken. Außerdem wurde ich immer besser, ich war zuversichtlich zumindest den Akzent bald ganz los zu sein.

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Re: Küche

von Charlie am 16.04.2020 20:58

Wenn ich sie so sah fragte ich mich immer wieder wieso gerade sie eigentlich noch Single war. Entweder war sie immer an die falschen Typen geraten oder sie war das Problem, was ich aber eigentlich ausschließen konnte, dafür kannte ich sie inzwischen gut genug. Als sie inmitten ihrer Taten erklärte, dass sie den Hochprozentigen Alkohol suchte, öffnete ich den Schrank mit den Frühstücksflocken und griff dahinter, denn dort war schon seit Ewigkeiten unser Versteck für das gute Zeug. "Sag das doch gleich, was darf es denn sein für die Dame?" fragte ich Nat dann. Wir mussten unser Zeug einfach verstecken, so oft wie wir Partys veranstalteten. Man wollte ja nicht das die ganzen Schnorrer das teure Zeug wegkippen wie Wasser. "Wir blühen in diesem Chaos erst richtig auf, das solltest du doch inzwischen schon wissen meine Liebe!" erklärte ich dann. "Wenn es dich so stört kannst du ja Ozzy fragen ob du den Job haben kannst." scherzte ich mit meinen weiteren Worten. Natürlich war sie keine Putzfrau und beleidigen wollte ich sie auch nicht, jedoch gefiel mir der Gedanke, sie öfters hier bei uns zu haben, aus welchem Grund auch immer.
"Das ist er, doch einer muss für den Nachschub sorgen, weißt du." meinte ich und deutete mit meinem Kopf auf die vollen Bierflaschen, die durch Eis im Spühlbecken gekühlt wurden. "Die füllen sich leider nicht wie durch Magie von selbst auf!" fügte ich dann hinzu. Für einen kurzen Moment schien ich bei dem Gedanken daran abzuschweifen, da ich mich gerade selbst auf eine gute Idee gebracht hatte. Ich sollte mir das wohmöglich aufschreiben, damit ich Woody und Ozzy die Idee morgen pitchen konnte und die beiden einen Deppen finden konnten, der diesen Traum wahr werden lassen würde. "Aber mal zu einem anderen Thema, wie geht es dir? Irgendetwas spannendes passiert das es Wert ist erwähnt zu werden?" fragte ich dann. Natürlich wollte ich wissen, was in ihrem Leben seit unserem letzten Treffen passiert war, aber es war auch eine gute Ausrede um sie einfach sprechen zu hören, denn ich fand ihren Akzent ehrlich gesagt super sexy. 

 
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Re: Küche

von Nadjeschda am 16.04.2020 22:40

Ich beobachtete ihn aufmerksam, während er meinem unausgesprochenen Wunsch nachkam. Nicht nur war er unwiderlegbar heiß, ich verstand mich auch so gut mit ihm und man konnte sich tatsächlich unterhalten. Wenn ich in der Vergangenheit auf Jemanden eingelassen hatte, und das heißt für mehr als bloß eine Nacht, stellte sich der Typ letzten Endes immer in der ein oder anderen Hinsicht als totaler Volltrottel heraus, weswegen ich mittlerweile bei...'festeren' Bindungen auch etwas vorsichtig war. Aber ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass es mit Charlie anders wäre, auch wenn wir natürlich noch lange nicht an diesem Punkt waren. Außerdem hatte er Humor, was ein großer Pluspunkt in meinen Augen war. Wenn mein Vater mich zu irgendwelchen Veranstaltungen schleppte und mir in seinen Augen 'passende' Junggesellen vorstellte, war es immer die selbe Art von Schnösel mit Gelfrisur, die mich dann stundenlang langweilten und eigentlich weniger an mir sondern mehr an meines Vaters Einfluss interessiert waren. 
"Wenn du schon fragst, hol mir bitte mal den Wodka raus", bat ich ihn und grinste, während ich die Flaschen absuchte, bis ich Bitter Lemon in meinen Händen hielt und meinen Becher von gerade eben. "Hinter den Cornflakes? Kreativ", gab ich dann zu. Es gab hier schließlich mehr als genug Leute, die das Zeug entweder umgehend kippen würden oder 'heimlich' mitgehen lassen. "Das werd' ich, keine schlechte Idee", ging ich dann auf sein Jobangebot ein und lachte bei dem Gedanken. Wahrscheinlich würde sich hier jede Putzfrau aber umgehend erhängen, sollte sie dem hier ausgesetzt sein. "Aber du willst mich bloß im Putzfrauen-Outfit sehen, kannst du ruhig zugeben", meinte ich beiläufig und grinste neckisch. Irgendwie schienen es Jungs ja mit Kostümen zu haben, wieso war mir zwar nicht klar, aber jeder wie er wollte.
"Sehr ritterlich von dir, dass du das übernimmst", seufzte ich übertrieben und nahm ihm dankend die Wodkaflasche entgegen, deren Inhalt ich mit dem anderen Getränk in meinem Becher zu einer hellgelben Flüssigkeit vermischte. Etwas überrascht sah ich dann bei seiner Frage auf. "Gut, denke ich. Kann mich nicht beklagen. Und passiert ist nicht wirklich was, das heißt noch nicht. Ich finde schon noch etwas, womit ich mich dieses Jahr auf dem Campus blamieren kann", sagte ich und musste bei dem Gedanken an meinen Auftritt letztes Jahr denken, bei dem ich den ganzen Weg vom Studentenzimmer einer Freundin, bei der ich nach einer Party untergekommen war, zurück zu unserem Verbindungshaus gezwungenermaßen in Unterwäsche zurücklegen musste, weil meine Klamotten so eingesaut waren, dass es mir als das kleinere Übel erschien. Zum Glück war ich nicht besonders empfindlich bei solchen Dingen, sonst wäre ich vor Scham wahrscheinlich im Boden versunken. "Und wie gehts dir? Irgendwas Neues?", erwiderte ich die Frage, sah ihn an und trank einen Schluck aus meinem Becher.

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Re: Küche

von Charlie am 16.04.2020 23:59

Ich durchsuchte den Küchenschrank nach einer Flasche Vodka, die noch nicht völlig leer getrunken und einfach zurückgestellt wurde, was mich ein wenig aufregte. Eigentlich müsste ich still sein, immerhin war ich einer von diesen Menschen die einen leeren Michkarton wieder in den Kühlschrank räumte, weil ich keine Lust hatte sie aufzuräumen, aber wenn einem sowas selber passierte war das nicht mehr so lustig. Ob sie mich gerade wohl auscheckte weil ich nicht hinsah? Stören würde es mich nicht. Immerhin war da irgendwas zwischen uns, das konnte sogar ein blinder nicht leugnen, doch ich hatte schon immer Probleme damit, mich zu binden, außerdem wusste ich nicht genau was das zwischen uns war. Das einzige was ich wusste war dass ich es mir nicht einbildete. Die anderen Mädels an der Columbia klebten einem immer wegen solchen Sachen wie Status, Geld oder Aussehen am Arsch, doch Natty war da ganz anders. Eine der wenigen Aufrichtigen die hier herumliefen, wenn man mich fragte.
"Irgendwo muss man es ja verstecken! Und wenn wir uns ein richtig ausgefallenes Versteck suchen würden hätten wir es mit Sicherheit morgen schon vergessen." ginste ich sie an und griff nach einer der vollen Flaschen im Regal. "Das will ich sehen." erwiederte ich auf ihre Worte, sie würde Ozzy danach fragen. Natürlich wusste ich das es nur ein Scherz war. "Oh ja mit so einer Haube auf dem Kopf und einem kleinen Staubwedel in der Hand, das würde ich sicher nicht so schnell vergessen." Ich schüttelte den Kopf, bevor ich nicht mehr in der Lage war diese Idee zu vergessen. Frauen in Uniformen waren einfach super sexy, egal ob jetzt als Hausmädchen oder ein Cop, die konnten einfach alles tragen und würden heiß aussehen, selbst einen Kartoffelsack.
"Einer muss es ja machen, obwohl ich lieber ein Auge auf Woody hätte wenn ich ehrlich bin." Sie hatte ihn ja auch schon ein wenig kennengelernt so oft wie sie jetzt schon bei uns feiern war und das Woody gut darin war, Unsinn zu machen der uns im Nachhinein oft mal in Schwierigkeiten bringen konnte. Während sie sich ihr Getränk zusammen mixte, griff ich an ihr vorbei ins Spülbecken um mir ein Bier zu nehmen, jedoch nicht ohne einen Blick in ihre schönen Augen zu erhaschen. Ich öffnete es und trank einen Schluck, während ich Nattys Worten lauschte und dabei Grinsen musste. "Wenn du näcstes mal so eine Aktion abziehst muss ich einfach dabei sein, das ist bestimmt lustiger anstatt es einfach nur aus zweiter Hand mitzubekommen." lachte ich dann. Als die Jungs mir letztes Jahr von der Aktion erzählt hatten, waren wir zwar noch nicht so eng miteinander wie jetzt, jedoch würde ich sowas in Millionen Jahren nicht verpassen wollen, sollte es wieder einmal passieren. "Ich hab nichts in Brand gesteckt und auch leider nicht im Lotto gewonnen, also hast du nichts besonderes verpasst." antwortete ich auf ihre Gegenfrage. 

 
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Re: Küche

von Nadjeschda am 17.04.2020 00:49

Ich erwischte mich des Öfteren mal, wenn ich zu ihm hinüber starrte. Nicht nur heute, eigentlich immer wenn wir uns im selben Raum befanden, zumindest seit einer kurzen Weile. Seitdem wir uns besser kennen. Klar war mir bei unserer ersten Begegnung aufgefallen, dass er wohl äußerlich der Traumtyp jedes Mädchens mit Augen im Kopf war und ich konnte nicht leugnen, dass mich das zu ihm hinzog. Allerdings mochte ich ihn einfach als Person. Er war nicht einfältig oder dumm und außerdem war er kreativ, er schien nicht nur an mir interessiert zu sein weil ich hübsch anzusehen war oder weil ich aus reichem Hause stammte, was ich ja selbst lieber vergessen würde. Ich hatte keinen wirklich festen Freund mehr gehabt seitdem ich 17 Jahre alt war, weil ich mich auf mich selbst konzentrieren und einfach Spaß haben wollte. Und obwohl man natürlich noch nicht sagen konnte, ob wir beide wirklich miteinander funktionieren würden, fühlte ich mich zu ihm hingezogen wie schon lange zu keinem Typen mehr. Das machte mir irgendwo Angst, aber es war auch schön.
"Ihr seid wirklich die führenden Köpfe der Zukunft", gab ich grinsend auf seine Erklärung zurück, musste aber zugeben, dass mein Gedächtnis bei ganz alltäglichen Dingen auch gerne mal Aussetzer hatte. Und um den Alkohol wäre es eindeutig zu schade. "Das war mir klar, aber das Vergnügen wirst du nie haben mein Lieber", erwiderte ich und musste lachen, wusste ichs doch. Mit Frauen in Uniformen war es für Kerle wohl genauso wie für uns Frauen (zumindest die, die auch auf Männer stehen), wenn wir einen Mann oberkörperfrei zu Gesicht bekamen. Und der tatsächlich mehr als einmal im Jahr Sport machte natürlich. Ich erlaubte mir meinen Blick kurz wandern zu lassen. Dass Charlie öfter als nur einmal pro Jahr trainierte war offensichtlich.
"Hast du Angst er stellt schon wieder Unrat an?" Ich hoffte wirklich, dass das Wort Unrat richtig war. Oder, dass es das überhaupt gab, das wäre schonmal was. Ich hatte natürlich auch schon das Vergnügen Charlies bestem Freund zu begegnen, der keiner von der braven Sort war, wie man relativ schnell merkte. Als er an mir vorbei ins Spülbecken griff und sein Blick meinen streifte errötete ich etwas, wofür ich mich hätte ohrfeigen können. So leicht ließ ich mich für gewöhnlich nicht aus dem Konzept bringen. "Ich werd dir vorher eine Nachricht schicken, versprochen. Dann besteht nur die Gefahr, dass du mitmachen musst bei was auch immer ich gerade vorhabe zu tun", warnte ich ihn schnell, um es zu überspielen. "Schade, aber sollte ersteres passieren hätte ich gerne ein Foto", meinte ich noch grinsend und hob den Becher an meine Lippen.

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Re: Küche

von Charlie am 17.04.2020 01:54

Um Natty nicht die ganze Zeit anzustarren wie ein Creep musste ich meine ganze Willenskraft nutzen, sonst hätte sie vermutlich schon vor langer Zeit die Flucht ergriffen. Aber das sie mich auch verfolgte wenn sie nicht in der Nähe war, konnte jeder erkennen der mich kannte und mal eine von meinen neulich verfassten Kurzgeschichten las. Sie war irgendwie zu einer Art Muse für mich geworden, wie genau das passiert war, no clue. Aber mich störte es nicht, immerhin schlug ich so zwei Fliegen mit einer Klappe; Ich konnte an sie denken und gleichzeitig trotzdem meine Arbeit erledigen. Besser ging es denn wirklich nicht. Eine richtige Beziehung hatte ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr, immerhin hatte mich die letzt betrogen und danach wars das für mich mit ernsthaft. Sobald es zu heavy wurde zog ich mich gekonnt aus der Schlinge, was vermutlich mit dieser Erfahrung zutun hatte. Deshalb hatte ich es auch nicht mit Gefühlsduselei und über das alles sprechen. Was in mir vor ging hatten zwar auch die ein oder anderen erlebt, doch mir vorschreiben lassen wie ich damit umzugehen hatte, das war nichts für mich.
"Wenn nicht wir, wer sonst?" ich legte meinen Kopf schief und beobachtete sie für einen Moment. Manchmal fragte ich mich was in einem so schönen Köpfchen wohl vor sich ging. "Sag das nicht zu laut, ich bestell gleich ein Kostüm bei Amazon!" meinte ich mit ernstem Blick und zog mein Handy aus der Hosentasche. Wozu gab es denn das Sprichwort sag niemals nie. Ob sie auch Kerle in Uniformen heiß fand? Waren Girls nicht scharf auf Männer in der Army? Oder war das nur so ein Klischee?
Also entweder war ich schon zu betrunken oder sie nutzte dieses Wort nicht richtig. Vielleicht kannte auch ich einfach nicht die richtige Bedeutung und würde mich eines besseren belehren lassen, doch eigentlich war ich sicher was damit gemeint war. "Ob ich Angst habe er stellt wieder Müll an?" lachte ich kurz. "Ja, so kann man es auch sagen, obwohl du eigentlich Unfug meintest, oder nicht?" fragte ich dann. Wurde ich gerade zu einem Klugscheißer? Vielleicht ein bisschen aber wir wollen ja nicht, dass die Arme das in Zukunft falsch sagen würde und vielleicht noch jemandem auf die Füße tritt, nur weil sie der Sprache noch nicht so mächtig ist wie jemand, der hier geboren war. Das wäre richtig uncool. "Ich bon schockiert darüber, wie schlecht du mich kennst!" ich setzte ein gespielt schockiertes Gesicht auf. "Wir wissen beide ich würde das freiwillig mit dir machen, somit machen sie sich wenigstens über uns beide lustig! Geteiltes Leid ist halbes Leid." fügte ich mit einem Zwinkern hinzu, bevor ich mir noch einen Schluck genehmigte.

 
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Re: Küche

von Nadjeschda am 17.04.2020 15:08

"Dann bestell aber eins für dich mit, alleine schaff ich es nie hier aufzuräumen!", sagte ich und musste bei der Vorstellung ihn in einem dieser Kostüme zu sehen lachen. "Und vergiss das Häubchen nicht", schob ich noch hinterher und deutete auf seinen Kopf. Wenn schon, dann richtig. Und ich war mir sicher, die Jungs würden begeistert sein ihn so rumrennen zu sehen, von mir ganz zu schweigen. Wieder einmal bemerkte ich, wie unglaublich attraktiv ich den britischen Akzent fand. Ich fragte mich, ob das wirklich so war, oder aber nur an ihm lag. Wahrscheinlich letzteres, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass ich ihm stundenlang hätte zuhören können. Aber das wäre wahrscheinlich komisch.
"Ja! Genau, Unfug war das Wort. Danke", meinte ich und machte mir gedanklich eine Notiz. Unfug, Unsinn, Unrat,... Wer sollte da noch den Überblick behalten? Bei ihm machte es mir nichts aus, ein paar kleinere Fehler zu machen, aber ich wollte natürlich daran arbeiten. Es gab auch andere Leute, die mir dann ganz seltsame Blicke zuwarfen, wenn ich etwas nicht richtig aussprechen konnte oder verwechselte. "Wenn du so besorgt bist, lass ihn am besten chippen oder so. Haben wir mit unserem Hund auch gemacht. Wenn das nicht funktioniert...naja, das führt dann wahrscheinlich doch zu weit", meinte ich und lachte. Auch wir hatten in unserer Verbindung das ein oder andere Mädchen, das unter Alkoholeinfluss wirklich die dämlichsten Sachen anstellen konnte und die man besser nicht aus den Augen lassen sollte. Unglücklicherweise war ich höchstwahrscheinlich auch schon in dieser Rolle gewesen, aber ich versuchte mich zusammen zu reißen. 
"Natürlich, tut mir sehr leid", antwortete ich und setzte einen gespielt betretenen Blick auf, der meine Reue zum Ausdruck bringen sollte. "Darf ich das als Angebot verstehen? In dem Fall würde ich mir natürlich was besonders Hübsches für uns zwei überlegen, die Leute brauchen ja auch was zum Reden", meinte ich und sinnierte innerlich schon darüber, wie es wohl wäre, wenn er in besagter Putzfrauen-Uniform in einen vollen Hörsaal reinmarschieren würde. Wollten wir mal hoffen, dass er keinen Rückzieher machte.

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